Mit den Tipps und Workshops im ADMIN-Magazin 03/2013 sichern Administratoren ihre Webserver und Netze gegen Angriffe ab: gegen Abhören sensibler Informationen, ... (mehr)

X11 und KDE

Admins, die mit Arch Linux einen schnellen und stabilen Server betreiben möchten, haben jetzt bereits ein funktionsfähiges Basis-System und können sich wie gewohnt dem Installieren und Konfigurieren der benötigten Server-Dienste wie etwa Apache, Samba oder LDAP kümmern. Da Arch Linux weitgehend LFS-konform ist und Sonderwege wann immer möglich meidet, sollte das jedem versierten Admin mit entsprechendem Linux-Know-how (soweit nötig unter Zuhilfenahme allgemein zugänglicher Linux-Dokumentationen oder dem Arch-Linux-Wiki wie [13] oder [14]) gelingen. Wer jedoch eine grafische Oberfläche benötigt, kann sich im Folgenden dabei an der in dieser Hinsicht sehr detaillierten Installationsanleitung orientieren. Ein X11-Basissystem ist durch das Installieren der folgenden Pakete schnell aufgesetzt.

pacman -S xorg-server xorg-xinit xorg-utils xorg-server-utils

Die Abhängigkeitsauflösung von Pacman sorgt dabei gegebenenfalls für das erforderliche Nachziehen der »libgl« nebst weiterer Abhängigkeiten zur »libgl« , wie etwa die Mesa-Bibliotheken.

Im Arch-Wiki [15] findet sich außerdem eine Liste der in den Arch-Repositories verfügbaren Open-Source-Treiber. Sogar der VirtualBox-Gastsystem-Treiber »virtualbox-guest-utils« ist darunter, der in unserem Beispiel zum Einsatz kommt, da wir Arch Linux in einer virtuellen Maschine installieren. Dessen Auswahl in Pacman zieht folgerichtig auch das Installieren der VirtualBox-Kernel-Sourcen in Form des Paketes »virtualbox-guest-dkms« nach sich.

Wer gar nicht weiß, welcher Video-Treiber der richtige ist, installiert einfach das Paket »xorg-drivers« . Xorg sucht sich dann selbst den Passenden aus. Das Arch-Wiki hält übrigens für Nvidia [16], Ati [17] und Intel [18] detaillierte Anleitungen parat. Selbstverständlich braucht auch X11 eine deutsche Tastaturbelegung, was man bekanntlich mit einer passenden Sektion der zentralen Xorg-Konfigurationsdatei löst. Die ist bei Arch Linux wie inzwischen auch anderswo üblich auf mehrere Dateien in »/etc/X11/xorg.conf.d« verteilt, wobei die vorangestellte Ziffer die Reihenfolge der Abarbeitung bestimmt. Für die Keyboad-Einstellungen verwendet man »/etc/X11/xorg.conf.d/20-keyboard.conf« .

Section "InputClass"
 Identifier "keyboard"
 MatchIsKeyboard "yes"
 Option "XkbLayout" "de"
 Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection

Wer mag, kann an dieser Stelle noch einige hübschere TrueType-Fonts installieren, von denen sich in den Paketquellen einige finden [19]. Jetzt braucht es nur noch ein Init-Skript für X11. Empfehlenswert ist eine lokale ».xinitrc« im eigenen Heimatverzeichnis. Die erhält der Admin etwa durch Kopieren der mitgelieferten Beispieldatei aus »/etc/skel/« in das Home-Verzeichnis des jeweiligen Benutzers. Gibt es die Datei nicht, nimmt das System automatisch die globale »/etc/X11/xinit/xinitrc« , welche allerdings für die Verwendung von TWM und Xterm konfiguriert ist. Ein Beispiel für den Start mit einem der gängigeren Desktops (KDE, Gnome, XFCE, LXDE) lässt sich der Installationsanleitung [15] entnehmen. Für KDE sieht das so aus wie in Abbildung 4.

Abbildung 4: Eine einfache .xinitrc für den KDE-Start.

Ein Benutzer wird – soweit noch nicht geschehen – wie üblich mit »useradd -m -g users -s /bin/bash Name« angelegt. Ein einfacher Start des X-Servers kann jederzeit mit »startx« erfolgen. Da sich der Konfigurator im Beispiel bereits für KDE entschieden hat, ist das Installieren eines KDE-Basissystem mit

pacman -S kde kde-l10n-de

schnell erledigt. Weitere Details zur KDE-Installation verrät wiederum das Arch-Wiki [20].

Nach dem Abmelden als root und dem Neuanmelden als Benutzer sollte sich KDE durch einen Aufruf von »startx« problemlos starten lassen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Nach wenigen Handgriffen startet Arch auch problemlos mit der grafischen Oberfläche KDE.

Das rudimentäre KDE-Basissystem lässt sich mit Pacman durch Installieren einer Reihe von Meta-Paketen zu einem vollwertigen Desktop-System aufrüsten. Alle Meta-Pakete sind am Names-Bestandteil "kde-meta…" zu erkennen, wie zum Beispiel »kde-meta-kdeadmin« , »kde-meta-kdemultimedia« und so weiter. Wer es sich einfach machen möchte, installiert einfach ein Fullsize-KDE-System mit …

pacman -S kde-meta

… und verfügt im Handumdrehen über einen Kingsize-KDE-Desktop.

ALSA - Werkzeug für den guten Ton

Der KDE-Desktop sollte jetzt zwar funktionieren, spielt aber noch keine Sounds ab. Zwar sprengt das Inbetriebnehmen verschiedener Hardware-Komponenten den Rahmen des Beitrags, die Ausgabe von Ton gehört allerdings zu den elementaren Funktionen einer Desktop-Oberfläche.

Die Advanced Linux Sound Architecture (ALSA) ist eine Komponente des Linux-Kernels und unter anderem für das Bereitstellen von Soundtreibern verantwortlich.

Mit Installieren des Paketes »alsa-utils« gelangt auch das Utility »alsamixer« auf die Festplatte, mit dessen Hilfe sich Einstellungen für den Soundchip des Mainboards oder der Soundkarte vornehmen lassen.

Zu beachten ist, dass der KDE-Benutzer, der die Konfiguration nutzen soll, ein Mitglied der Gruppe »audio« sein muss. Das erreicht man mit der Anweisung:

gpasswd -a Benutzer audio

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