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Nützliche Details für die Praxis

Dass MariaDB sich der eigenen Community verpflichtet fühlt, wird auch dadurch deutlich, wie das Projekt neue Funktionen in MariaDB integriert. Grundsätzlich ist jeder zur Mitarbeit herzlich eingeladen, und ein Patch, der sich als nützlich erweist, hat gute Chancen auf die Aufnahme in MariaDB. Natürlich sind dazu vorher ausführliche Tests notwendig, die bei MariaDB laut Aussage der Entwickler allerdings deutlich umfangreicher ausfallen, als es bei MySQL der Fall ist. Fast wirkt es so, als wollte die vorherige MySQL-Mannschaft über den Umweg von MariaDB den Oracle-Entwicklern einen Gruß hinterlassen.

Die Nähe zur Community manifestiert sich häufig in neuen Funktionen, die nicht der ganz große Wurf sein wollen, sodern MySQL um kleine, aber clevere Features erweitern. Die Unterstützung für Mikrosekunden ist ein klassisches Beispiel; nur wenige Admins sind darauf angewiesen, dass sie bei MySQL-Queries über die Funktionen für Zeitangaben wie DATETIME und TIME Mikrosekunden-genaue Angaben erhalten. Anwendungen, die eine solche Genauigkeit gern nützen würden, haben aber in MariaDB die Möglichkeit, weil ein entsprechender Patch die Funktionalität dort einbaut.

Ähnliches gilt für das Thema Benutzerautentifizierung: MySQL beherrscht im Wesentlichen nur die Autentifizierung von Nutzern, die tatsächlich auch in der MySQL-Datenbank angelegt sind. Ma-riaDB bietet eine Plug-In-basierte Methode, also einen Weg, bei dem sich die Autentifizierung von Nutzern über eigens für diesen Zweck geschriebene Plugins abwickeln lässt. Wer sich als Benutzer schon auf dem System eingeloggt hat, muss sich beispielsweise nicht nochmal mittels Passwort bei MariaDB anmelden, wenn er sich über den Unix-Domain-Socket seiner Datenbank mit ihr verbindet. Die Funktionalität macht die Nutzung von MariaDB also bequemer, weil auf der Kommandozeile nicht immer wieder ein Passwort für die Verbindung anzugeben ist.

Bild 2: Bei der Installation von MariaDB entfernt Ubuntu die MySQL-Pakete vom Rechner.

Fast immer kompatibel zu MySQL

Wie genau halten es die MariaDB-Entwickler mit der Kompatibilität zu MySQL, und worauf müssen sich Maria-DB-Nutzer in Zukunft einstellen? Zunächst gilt, dass – wie bereits erwähnt – das Ziel eine vollständige Kompatibilität von MariaDB zu MySQL ist. Hier helfen die Versionsnummern weiter: Admins können sich darauf verlassen, dass Maria-DB 5.1 kompatibel zu MySQL 5.1 ist und Programme mit beiden Datenbanken äquivalent funktionieren. MariaDB 5.5 ist kompatibel mit der gleichen Major-Versionsnummer von MySQL. Und MySQL 5.6 ist kompatibel mit der Versionsnummer 10.0 – was den Ausschlag für den großen Versionssprung gab, ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt.

Fakt ist allerdings, dass es trotzdem Unterschiede zwischen den Datenbanken gibt, die im Falle des Falles zu Problemen führen können. Unter [2] listet MariaDB sehr detailliert auf, worin die Unterschiede zwischen einzelnen MySQL-Versionen und den korrespondierenden MariaDB-Releases liegen und was Admins tun müssen, um Upgrades oder Migrationen heil zu überstehen. Der Text listet übrigens auch die Inkompatibilitäten zwischen Release-Zweigen von MariaDB auf, sodass sich ein Blick in die Liste praktisch immer lohnt.

Bild 3: Bei Ubuntu migriert das Postinstall-Skript die Konfiguration auf MariaDB.

Die meisten Probleme im Hinblick auf Kompatibilität bereiten übrigens nicht die Datenbanken selbst. Häufig fehlen einfach Konfigurationsparameter bei der einen Variante, während die Datenbank der Gegenseite die Parameter unterstützt. Nur in wenigen Fällen verhält sich die Datenbank tatsächlich grundlegend anders, und die allermeisten Anwendungen dürften de facto unbetroffen von diesen Details sein. Insgesamt nehmen es die MariaDB-Entwickler mit der Kompatibilität also zumindest im Augenblick genau, auch wenn fragwürdig erscheint, inwiefern sich dieser Trend aufrechterhalten lässt. Denn während in MariaDB viel Leben steckt, ist die Entwicklung bei MySQL deutlich langsamer als früher. Künftige MariaDB-Versionen könnten also in Zukunft weniger kompatibel mit MySQL sein, weil MariaDB einfach viel mehr Funktionen hat, die bei MySQL fehlen.

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