Open Source-Software findet in immer mehr Unternehmen und Behörden ihren Einsatz. Im Juli widmet IT-Administrator daher seinen Heftschwerpunkt der quelloffenen ... (mehr)

MDM und Help-Desk inklusive

Die Inventarisierung ist stets nur die Grundlage für alle weiteren Gedanken im IT-Management. Natürlich erlaubt Spiceworks auch die Eingabe einer Lizenznummer zu einer vorgefundenen Software, ein reinrassiges Lizenzmanagement findet sich jedoch nicht. Es ist aber wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch ein solches Modul folgt, da die Analysefunktionen von Spiceworks schon jetzt die Verwendung von SaaS/Cloud-Diensten protokollieren und die entsprechenden Berichte dafür bieten.

Das Mobile Device Management (MDM) von Spiceworks erfolgt über Maas360, das MDM-System der IBM-Tochter Fibrelink. Um es in einem kurzen Satz festzuhalten: Die Einbindung von Maas360 in Spiceworks darf sich wohl zu den besten MDM-Integrationen zählen, die der Markt zu bieten hat. Das Ausrollen des Push-Zertifikats für Apple-Geräte erledigten wir im Test in weniger als zehn Minuten. Ohne weitere Schwierigkeiten konnten wir die App-Liste eines iPads auslesen. Weiterführende Funktionen, wie das Auffinden eines Geräts, Sperren oder Löschen erfordern jedoch ein vollwertiges MaaS360-Konto – hierzu ist der Klick auf "Unlock Premium Features" erforderlich.

Unter "Apps" findet der Administrator den Zugriff auf den "User Help Desk". Eine klassische Ticketing-Eingabe mit den Feldern "Contact", "Related to", "Summary", "Description", "Assignment", "Due Date/Time", "Priority", "Category" und einer Möglichkeit, Dateianhänge an eine Meldung zu knüpfen. Im Test gefiel uns besonders die Integration in die Inventardaten. Dabei gibt es keine endlosen Auswahllisten mit Drop-Down-Funktion: Einfach im Feld die Bezeichnung eingeben und Spiceworks schlägt die passenden Assets vor – das ist einfach und praktisch. In der Inventaransicht entdeckt der Administrator erwartungsgemäß die zugeordneten Tickets. Ein integrierter "User Portal"-Designer erlaubt die Bereitstellung einer "Self Service"-Webseite und die Knowledge-Base umfasste, da Internet-basiert, am Tag der Betrachtung über 6400 Artikel, mit überaus spannenden Inhalten wie "Autostart Windows and RDP with extreme local restrictions".

 Überall entdeckt der Administrator praktische Alltagshelfer. Ping, Tracert oder Wake On LAN (WOL) stehen als Kommandos über ein Schraubschlüsselsymbol zur Verfügung. Die Funktion "Compare" hilft beispielsweise beim Vergleich von Serversystemen. Identische Werte zeigt die Software in der Auflistung auf weißem Hintergrund, Änderungen in rot.

Bild 2: Mit den Dialogtexten ist Spiceworks nicht ganz so streng: Handelt es sich bei dem Storage-Server vielleicht um einen großen Kahuna Burger – eine fiktive hawaiianische Burger-Kette aus Quentin Tarantino-Filmen.

Monitoring mit Zeitachse

Spiceworks protokolliert auch ohne das spezielle Netzwerk-Monitoring-Modul in seiner "Timeline" die verschiedensten Ereignisse, wie beispielsweise Änderungen im Active Directory, Modifikationen auf dem DNS oder den Status der Antiviren-Software im "Security Center". So sinnvoll diese Protokollierung der Ereignisse auch erscheinen mag, so sinnfrei ist zuweilen der Inhalt. Beispielsweise die Meldung, dass auf einem der Server die Software "Windows Server 2008 R2 6.1.7601" deinstalliert wurde und einige Stunden später durch "Windows Server 2008 R2 Standard" ersetzt wurde. Es handelte sich schlichtweg um einige Aktualisierungen im Rahmen des "Patch Tuesday", nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Etwas gehaltvoller geht es an anderer Stelle zu: In den Übersichtsdarstellungen "Network Map" und in den tabellarischen Auflistungen protokolliert Spiceworks, welches Endgerät an welchem Ethernet-Port eines Switches hängt, und bietet die Möglichkeit, sich bis auf den Port-Anschluss "durchzuklicken", um sich grafisch die Auslastung des Ports näher anzuschauen. Die grafische Darstellung umfasst die letzten 30 Stunden in 15-Minuten-Abschnitten und die vergangene Woche. In den Reporten kann sich der Administrator auch eigene Übersichten zusammenstellen, entweder über einen "Klick-Assistenten", oder, mit Blick in die Hilfeseiten, über SQL-Kommandos.

Fehler, beispielsweise, dass eine Festplatte vollgelaufen ist oder ein Server nicht erreichbar ist, stellt die Software unter "Alerts" dar. Diese Warnungen kann der Administrator oder eine andere definierte Person bestätigen – damit verschwinden sie aus der Übersicht. Ab welchen Schwellenwerten die Software überhaupt reagiert, legt der Administrator in den "Settings" für "Monitors" fest.

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Ausgabe /2019