Gewinner der 10. Thomas-Krenn-Awards gekürt

12.06.2020

Die Thomas-Krenn.AG zeichnete zum zehnten Mal förderungswürdige Open-Source-Projekte mit ihren Awards aus – Corona-bedingt leider ohne feierliche Preisverleihung. Die diesjährigen Gewinner sind ein XMPP-Client, ein Verein für IT-Pädagogik und eine Heim-Automatisierungsplattform.

Auf der einen Seite versprachen die Thomas-Krenn-Awards in diesem Jahr bseonderen Glanz: Denn die zur Open-Source-Förderung vergebenen Auszeichnungen des deutschen Server-Herstellers feiern in diesem Jahr ihr zehntes Jubiläum, weshalb Thomas-Krenn auch das Award-Budget von letztjährigen 6 500 Euro auf 10 000 Euro hochschraubte. Auf der anderen Seite machte Coraona auch hier einen Strich durch die Rechnung, denn aufgrund der Pandemie musste die traditionelle öffentliche Preisverleihung während der Chemnitzer Linuxtage entfallen und konnten die Preise nicht persönlich übergeben werden.

 

Eine unabhängige Jury aus Open-Source-Experten samt einer via Online-Voting ermittelten Publikumsstimme vergaben den ersten Platz an die Messenger-Software Dino. Sie ist laut Thomas Krenn als plattformübergreifender Desktop-Client für das Chat-Protokoll XMPP konzipiert. Mit einem modernes Interface ausgestattet ermögliche jener es, Sicherheits-Features wie Ende-zu-Ende-verschlüsselte Chats einfach zu nutzen. Als Besonderheit funktioniert bei diesem XMPP-Client auch der verschlüsselte Dateiaustausch über den Messenger problemlos. Weitere Features wie Video-Chat oder die bei vielen anderen Chats beliebten Reactions sollen folgen. Zwar sind für die Nightly Builds von Dino Pakete für verschiedene Linux-Distributionen verfügbar, doch die Versionen für MacOS und Windows erfordern bei der Installation noch Handarbeit. Auch ein Stable Channel mit besser getesteter Software fehlt noch. Daher hat Dino angekündigt, die mit dem Award gewonnene Thomas-Krenn-Hardware im Wert von 5 000 Euro für eigene Build- und Download-Server zu verwenden, um betriebssystemübergreifend stabile Versionen der Software anbieten zu können.

 

Der zweite Platz geht an einen Wiederholungstäter: Der in Bonn ansässige Verein Teckids konnte bereits 2018 einen Thomas-Krenn-Award für sich verbuchen. Vereinsziel ist, Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Technik, das Programmieren und freie Software nahezubringen. Dafür stelle der eingetragene Verein Online-Dienste, freies Unterrichtsmaterial und Software für Schüler und Schulen bereit, organisiere Freizeiten und Workshops und will jungen Menschen so die Möglichkeit bieten, spielerisch gemeinschaftlich den verantwortungsbewussten Umgang mit Technik zu erlernen. Zu den seit 2018 vollzogenen Fortschritten des Vereins zählt die Koordination der für Schulen und andere Bildungsträger konzipierten Linux-Distribution Skolelinux/Debian Edu. Weiter vertreibt Teckids e.V. unter der Domain "schul-frei.org" freie Software für den Bildungsbereich. Die dank des Awards gewonnene Hardware im Wert von 3 000 Euro will der Verein für den Aufbau einer Demo-Plattform verwenden, auf der Lehrer und Entscheider von Bildungsträgern die Software in virtuellen Umgebungen ausprobieren können.

 

Das drittplatzierte Projekt, die Automatisierungsplattform Home Assistant, konnte sogar bereits mehrere Thomas-Krenn-Awards für sich verbuchen. Die Software könne eine große Bandbreite verschiedenster Geräte steuern, vom Mediaplayer über schaltbare Steckdosen bis zur Heizungsregelung – und das ohne Cloud-Zwang. Mit der gewonnenen Hardware im Wert von 2 000 Euro will das Projekt seine aktiven Developer mit Entwicklungsrechnern ausstatten.

 

Die Jury der Thomas-Krenn-Awards 2020 setzte sich aus Peter Ganten (Univention) Bernd Erk (NETWAYS), Ralph Sontag (Chemnitzer Linux-Tage), Ingo Wichmann (Linuxhotel) und Lenz Grimmer (SUSE LINUX) zusammen.

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